Organisierte Erste Hilfe Erbendorf


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First Responder HvO OEH Helfer vor Ort Organisierte Erste Hilfe Erbendorf

Zusammen mit der Bereitschaft Erbendorf im BRK unterhält die FFW Erbendorf seit dem 01.07.1999 eine Ersthelfereinheit mit dem Namen "Organisierte Erste Hilfe (OEH) Erbendorf". In anderen Städten und Gemeinden sind die Ersthelfereinheiten unter dem Namen "Helfer vor Ort (HvO)" oder "First Responder" bekannt. Da der "HvO" meist beim Roten Kreuz oder anderen Rettungsorganisationen beheimatet ist und der "First Responder" bei Feuerwehren verwendet wird, haben die Erbendorfer sich auf einen gemeinsamen Namen geeinigt, um die Zusammenarbeit der beiden Rettungsorganisationen zu unterstreichen: Die "Organisierte Erste Hilfe" war geboren.

Aufgaben und Ziele

Die präklinische Hilfeleistung in medizinischen Notfällen erfolgt am Notfallort herkömmlich

  • durch Rettungs- und Notarztdienst (organisiert, professionell) auf Grundlage des Rettungsdienstgesetzes,
  • andere am Notfallort Anwesende (spontan und auf unterschiedlichem Niveau, in der Regel Laienhilfe) auf Grundlage der allgemeinen Hilfepflicht.

In den vergangenen Jahren haben sich in zunehmendem Maße Initiativen gegründet, die auf örtlicher Ebene im Vorfeld des Rettungsdienstes organisiert Erste Hilfe leisten. Ziel der Initiativen ist die Verkürzung des sogenannten therapiefreien Intervalls bis zum Eintreffen des öffentlichen Rettungsdienstes.

Als therapiefreies Intervall bezeichnet man in der Medizin den Zeitraum vom Eintreten eines medizinischen Notfallereignisses bis zum Eintreffen eines Rettungsmittels. Die Hilfeleistung kann hierbei über ausgebildete Ersthelfer oder aber das Rettungsdienstpersonal erfolgen. Die Hilfsfrist für medizinische Notfälle beträgt in Bayern grundsätzlich 12 Minuten, in dünn besiedelten Bereichen 15 Minuten. Sie umfasst die Zeitspanne vom Ausrücken eines Rettungsfahrzeuges bis zum Eintreffen einer an einer öffentlichen Straße gelegenen Einsatzstelle.

Der Tätigkeit der Ersthelferinnen/Ersthelfer soll grundsätzlich auf folgende medizinische Hilfeleistungen beschränkt werden: − Beurteilung der Vitalfunktionen, − Behandlung von Vitalfunktionsstörungen, − sonstige Erste-Hilfe-Maßnahmen. Daneben können im Zusammenhang mit der medizinischen Hilfeleistung stehende organisatorische Maßnahmen (wie z. B. das Absichern der Einsatzstelle, qualifizierte Rückmeldung an die Integrierte Leitstelle, Transport einer Rettungshubschrauberbesatzung zur Einsatzstelle) durchgeführt werden. Eine Alarmierung nur für organisatorische Hilfemaßnahmen erfolgt nicht.

Ausgebildete Fachkräfte und Defibrillator

Die Einsatzkräfte des OEH Erbendorf sind ausgebildete Fachkräfte (z.B. Sanitäter, Rettungsdiensthelfer, Rettungssanitäter, Rettungsassistenten, Notfallsanitäter). Entsprechend den Einsatzindikationen der OEH Erbendorf aber auch - neben den Helferinnen und Helfern - Ausrüstungsgegenstände, die für die Behandlung von Störungen der Vitalfunktionen innerhalb der ersten Minuten zwingend erforderlich sind, nötig. Zu den häufigsten und zeitkritischsten außerklinischen Notfällen zählt der Herzstillstand. Ein Automatisierter externe Defibrillator (AED) gehört deshalb fest zu unserer Ausstattung. Die medizinische Ausstattung orientiert sich an der Ausstattung eines Notfall-Sanitätskoffers (DIN 13155) und neben dem Verbandsmaterial sind wir unter anderem mit Hilfsmitteln zur Immobilisierung der Halswirbelsäule, Sauerstoffapplikationsmöglichkeiten und Beatmungshilfen einschließlich einer Absaugpumpe ausgestattet.

Wie alles begann

Vom 27. November 1998 bis zum 06. Februar 1999 unterzogen sich elf Kameraden der FFW Erbendorf der Ausbildung zum Ersthelfer. Die Ausbildung umfasste damals den Lehrgang Sanitätsausbildung ( Teil A – B – C ), Lehrgang Schnelleinsatzretter ( Teil A + B ) und den Lehrgang Ausbildung Frühdefibrillation.

Die Ausbildungsdauer im Rahmen der Grundqualifikation muss heute mindestens 48 Stunden umfassen. Eine Vertiefung auf 80 Stunden oder mehr wird empfohlen, insbesondere wenn die Ersthelfergruppe häufiger zum Einsatz kommt. Daher ist eine Ausbildung zum Sanitäter für die OEH Erbendorf eine Mindestvoraussetzung für den Einsatz Zudem benötigt jede Einsatzkraft eine Ausbildung für die Frühdefibrillation. Einmal jährlich werden alle Ersthelfer für die Frühdefibrillation rezertifiziert. Bei regelmäßigen Übungen frischen wir unsere Kenntnisse immer wieder auf und üben spezielle Handgriffe ein.

Am 01. Juli 1999 wurde das System als Gemeinschaftsprojekt von Feuerwehr Erbendorf und BRK Bereitschaft Erbendorf als Pilotprojekt offiziell gestartet. Die Stadt Erbendorf, welche voll und ganz hinter dieser Idee steht, stellte wie selbstverständlich die finanziellen Mittel zur Verfügung, um die bestmögliche Ausrüstung zu beschaffen. Das System wurde OEH – Organisierte Erste Hilfe – getauft, um für die Bevölkerung einen verständlichen und einprägsamen Namen zu schaffen.

Seit der Indienststellung hat sich diese Einrichtung bei zahlreichen Einsätzen bewährt und wir hoffen, zum Wohle der Bevölkerung weiterhin aktiv sein zu dürfen. Unsere Einsätze können in der Einsatzliste und in der Einsatzstatistik der FFW Erbendorf eingesehen werden. Wir haben durchschnittlich 46 Einsätze im Jahr (seit 2000). 2015 wurden 69 Einsätze übernommen, 2016 sogar 83. Für das Jahr 2017 ist wiederum eine Steigerung des Einsatzaufkommens zu erwarten, so dass eventuell sogar die Grenze von 100 Einsätzen überschritten werden könnte.

Unser Team freut sich über jeden, der uns aktiv oder finanziell unterstützen möchte. Bitte wenden Sie sich an Fabian Keppler-Stobrawe, Tel: 0179 1004894.